Der Kohleausstieg!


Es ist vollbracht! Dieses waren die letzten Worte von Jesus von Nazareth. Und auch heute wurde etwas vollbracht. Nur wurde heute nicht der Mensch und Erlöser, sondern ein ganzer Industriezweig ans Kreuz genagelt. Und so wird wenn alles nach Plan läuft bis zum Jahr 2038 das letzte Kohlekraftwerk seine Pforten schließen.  Als Trauerredner  durfte heute der designierte Krisenmanager der Deutschen Bahn Ronald Profalla diesen Deal vortragen. In manchen Kreisen nennt man ihn auch den „Mann für´s Unreine“ (Financial Times) und ja er soll auch zu Wolfgang Bosbach gesagt haben ich kann „die Fresse nicht mehr sehen“.  Aber nun zum Resultat der Kohlekommission: Bis 2022 sollen 12,5 Gigawatt Kraftwerksleistung vom Netz genommen werden. Das ist fast das Doppelte von der Leistung, die im Jahr 2017 neuerrichtet wurde. (6,58 GW) oder jedes 11 Windrad bekommt einen Bruder. Hier darf man gespannt sein wie das die bisher 850 eingetragenen Bürgerinitiativen gegen die Windkraft aufnehmen werden.

Das nächste Ziel ist dann 2030, denn dann sollen nur noch 17 GW am Markt sein, die dann bis 2038 auch vom Netz genommen werden. Vergessen sollte man dabei aber nicht, dass bis zum 31.12.2022 auch die installierte Kraftwerksleistung von 8,7 Gigawatt an Atomstrom in den deutschen Netzen fehlen wird.

Da freuen wir uns doch alle ganz doll. Aber halt Stopp, war da nicht auch noch die Elektromobilität. Natürlich, denn die soll wie man lesen kann bis zum Jahr 2030 vervielfacht werden oder besser gesagt jedes 2 Fahrzeug wird elektrisch unterwegs sein. Was das bei ähnlicher Kilometerleistung bedeutet kann sich jeder ausrechnen. Aber ich versuche es mal. (Ein 10%iger Fehler ist inclusive aber unbedeutend)

Bei einem Aktuellen Verbrauch von ca. 16 Mio Tonnen Treibstoff würde diese Treibstoffmenge auf die Hälfte reduziert. Das macht dann nur noch 8 Millionen Tonnen. Das wären dann 8 Mrd. Kilogramm. Aus einem Kilogramm erhält man ca. 12 KWH/kg. Und jetzt kommt hohe Mathematik:

8(Mrdkg)*12(Mrd KWh/kg)= 96 Mrd KWh und das ist annähernd das Doppelte der gesamten Solarproduktion. 

Wie das alles unter einen Hut gebracht werden soll ist mir bis jetzt ein Rätsel, aber zum Glück haben wir ja ein europäisches Verbundnetz oder doch nicht? Hier einmal ein Zitat aus einem Zeit Artikel: „Wenn die Erzeuger zu viel Strom einspeisen oder die Verbraucher zu viel abnehmen, geht die Frequenz hoch oder runter. Fällt sie unter 47,5 Hertz, schalten sich Kraftwerke automatisch ab. Was das bedeutet, zeigte sich am 4. November 2006, als E.on über der Ems eine Höchstspannungsleitung abschaltete, damit ein Kreuzfahrtschiff darunter passieren konnte. Der Strom floss nun über eine zweite Leitung, die jedoch wegen Überlastung ausfiel, was eine Kettenreaktion auslöste. In nur 14 Sekunden war der Mythos vom stabilen europäischen Verbundnetz zerstört: Es war in drei Teile mit unterschiedlichen Frequenzen zerfallen, Kraftwerke wurden abgeschaltet, 15 Millionen Haushalte waren für eine Stunde ohne Strom.“

Dann hoffen wir mal, das wir auch weiterhin unsere täglich Ration Strom bekommen.

Martin Schotte

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